Sommer-Roadtrip: 8 Tage Österreich


„Wird das dieses Jahr eigentlich noch etwas mit dem Sommerurlaub?“ Ein Gedanke, den viele von euch vermutlich sehr gut nachvollziehen können. 2020 ist einfach alles ein bisschen anders. Aus Ibiza wurde Ostsee, aus buntem Treiben auf dem Kiez ruhige Abende über den Dächern der Stadt und aus Festivals Video-Anrufe quer durch Deutschland. Daher haben wir uns auch relativ spontan für einen Roadtrip entschieden: acht Tage Sommerurlaub in Österreich. Letztendlich genau die richtige Entscheidung – aber lest selbst. 

Die Anreise mit dem eigenen Auto war mit ungefähr elf Stunden inklusive kleiner Kaffeepausen ein wenig anstrengend, aber noch ganz gut in einem Stück bewältigbar. Der erste Blick auf die Berge und die endlose Natur haben uns auf jeden Fall direkt entspannen lassen.

Tag 1
Airbnb in Myrhofen

Unsere erste Unterkunft haben wir bewusst in Myrhofen im Zillertal gewählt (welches im Winter ein beliebtes Skigebiet ist), da wir von dort aus relativ schnell zu unserer Highlight-Wanderung mit dem Auto fahren konnten. Dazu ist der Ort sehr belebt, wenn man abends gerne Essen geht oder in einer der Après-Ski Locations noch einen Absacker trinken möchte. Das Airbnb (Apart Gredler-Dornauer) ist direkt an einem Berg mit Wasserfallrauschen gelegen, sodass wir unser Frühstück mit einem atemberaubenden Blick auf die Berge auf der Terrasse genießen konnten. Abends bot sich uns vom Bett aus sogar ein romantischer Sonnenuntergang über den Baumwipfeln (unsere "Frieda & Ela Bromance").

Myrhofen

Tag 2
Krimmler Wasserfälle

Da das Wetter am zweiten Tag nicht ganz so sonnig war, haben wir uns für eine Wanderung an die Krimmler Wasserfälle entschieden. Der Weg dorthin war durchzogen von kurvigen Alpinstrecken, sodass unser Golf ganz schön kämpfen musste. Die Natur drumherum war es aber allemal wert. Am Parkplatz angekommen, mussten wir für das Parken und den Eintritt des Parks bezahlen. Die Wasserfälle wirkten mit ihrer enormen Kraft und Höhe sehr beeindruckend auf uns und erstrecken sich über mehrere Ebenen den Berg hinauf. Die Wanderroute führte direkt an den Wasserfällen entlang bis hoch zur Hütte – Johannisbeere und Heidelbeere "gespritzt" können wir nur empfehlen. Den Rückweg sind wir auf der anderen Seite des Wasserfalls auf einer ruhigen und etwas naturbelasseneren Route zurück gewandert. Insgesamt war der Weg ein perfektes Warm-Up für die Wanderung am bevorstehenden Tag.

Krimmler Wasserfälle

Tag 3 
Wanderung zur Olpererhütte 

Am dritten Tag sind wir zu einer etwas längeren Wanderung aufgebrochen: der Neumarkter Runde. Dafür sind wir mit dem Auto bis zum Schleegeis Stausee gefahren. Von unseren Vermietern hatten wir den Tipp bekommen, an der Schranke zu sagen, dass wir zum Flying Fox (eine Art Seilbahn) möchten. So wurden wir trotz langer Autoschlange zum Parkplatz durchgelassen. Dort angekommen, gibt es zwei Möglichkeiten, zur Olpererhütte zu wandern – wir haben uns für den längeren Aufstieg entschieden und waren mehr als glücklich darüber. Die etwa drei Stunden vergingen im Nachhinein wie im Flug, weil die Strecke so abwechslungsreich und die Landschaft so atemberaubend schön war. Durch Wald und Wiesen, an einem reißenden Bach entlang über steile Felsvorsprünge geht es immer weiter Richtung Ziel und von jedem Höhenmeter aus hat man eine andere Perspektive auf das Umland. Bei Sonnenschein und leichtem Wind waren wir durchgängig extrem motiviert und die Anstrengung nur selten präsent. Gute Wanderschuhe und -socken sind hier auf jeden Fall unbezahlbar! 

Neumarkter Runde

Brücke Olpererhütte

An der Olpererhütte angekommen, hat der Kaiserschmarren gleich noch mal so gut geschmeckt und wir konnten mal einen Moment verweilen und die Aussicht auf den klaren, türkisblauen See und die schneebedeckten Gletscher genießen. Ein Foto an der Hängebrücke durfte natürlich auch nicht fehlen. Für den Abstieg haben wir uns für den kürzeren, wesentlich steinigeren Weg entschieden, der ungefähr eineinhalb Stunden gedauert hat. Nach so viel frischer Luft und unvergesslichen Eindrücken sind wir dann auch müde und zufrieden ins Bett gefallen.

Tag 4
Kristallklarer Achensee

Auf unseren Weg zur nächsten Unterkunft am Attersee, die wir über Booking.com gebucht haben, haben wir einen kurzen Mittagsstopp am wirklich wunderschön klaren Achensee gemacht. Dort konnten wir entspannt einen Kaffee direkt am See trinken und uns zum Sonnen auf einen der Stege legen.

Achensee

Salzburg

Noch am selben Tag legten wir einen weiteren Stopp in Salzburg ein, da dies ebenfalls auf unserer Route zum Attersee war. Die wunderschöne Altstadt mit ihrer Festung am Salzach Fluss gelegen, bietet süße Gassen zum Schlendern und leckere Restaurants. Unser persönliches Highlight war der Interior Laden "Golden Soul" den wir zufällig in einer der Seitenstraßen entdeckt hatten. Ein süßer Concept Store mit vielen tollen Schätzen. 

Golden Soul
 

Ankunft am Attersee

Passend zum Sonnenuntergang sind wir in unserer sehr traditionellen Pension Rosenauer mit Balkonblick auf den See angekommen. Frühstück und ein Schwimmbad, wie die Österreicher es liebevoll nennen (wir hätten es Pool genannt), waren inklusive.

Tag 5
Baden am Attersee

Am sonnigen fünften Tag haben wir einen Badetag am Attersee im Freibad Litzlberg eingelegt und sind über den Steg in das klare Wasser gesprungen, um uns abzukühlen. Das Freibad kostet keinen Eintritt und ist für jung und alt geeignet  - sehr zu empfehlen.

Attersee

Sonnenuntergang am Mondsee

Abends haben wir den Sonnenuntergang am nahe gelegenen Mondsee im Salzkammergut auf einem der vielen Stege genossen, der ebenfalls ein ruhiges und sehr schönes Plätzchen umgeben von Bergen bot. 

Tag 6
Touri Hotspot Hallstatt

Spontan haben wir uns während der Reise noch für einen Halt am berühmten Touri-Hotspot Hallstatt entschieden, da wir die Kleinstadt gut vom Attersee aus mit dem Auto erreichen konnten. In diesem Sommer war es aufgrund der gesundheitlichen Umstände überhaupt nicht überlaufen. Der Ruf hat der Stadt alle Ehre gemacht – sie ist durch ihre Lage am von Bergen umgebenen See und ihren mehr als schönen, alten Fachwerkhäusern wirklich atemberaubend. Wir sind entspannt durch die Gassen geschlendert und konnten wunderschöne Fotos am See machen. Eine absolute Empfehlung ist das Restaurant Hotel Grüner Baum, welches romantische Sitzplätze direkt am Wasser bietet. Dort haben wir uns die unglaublich leckere Sacher-Torte und den allerköstlichsten Kaiserschmarren gegönnt.

Hallstatt

Hallstatt

Vorderer Gosausee

Anschließend haben wir noch einen Abstecher zum Vorderen Gosausee gemacht, der nicht weit von Hallstatt liegt. Der türkisblaue See befindet sich ebenfalls mitten in den Bergen und ist von Wald umgeben. Dort bietet es sich an, eine entspannte Wanderung um den See herum zu machen oder ein kühles Bad zu nehmen. 

Vorderer Gosausee

Tag 7 und 8
Wien – zurück in die Stadt

Nachdem wir so viele Tage in der Natur verbracht haben, war es erst mal ein wenig gewöhnungsbedürftig, wieder in der Stadt zu sein. Das gar nicht nicht überfüllte, ganz entspannte Wien hat es uns aber leicht gemacht, anzukommen und die Stadt in unser Herz zu schließen. Dank zahlreicher Tipps via Instagram haben wir zweieinhalb schöne Tage, etwas abseits des typischen Städtetrip-Programms, in der österreichischen Hauptstadt verbracht. Gewohnt haben wir in einem sehr gut gelegenen Airbnb mit traumhaftem Fischgrät Parkett – sehr zu empfehlen. 

    Dachboden Wien

    Von dort aus sind wir mit der U-Bahn super schnell bei den schönsten Cafés und Restaurants an der Ringstraße und im Zentrum gewesen. „Came for the food“ fasst unsere Tage in Wien auf jeden Fall ziemlich gut zusammen. Hier eine kleine Auswahl:

    Superfood Deli

    The Lala vegan

    Veganista

    Natürlich haben wir auch ein paar Shops einen Besuch abgestattet und dabei gemerkt, wie viel Wert hier auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Fündig geworden sind wir unter anderem bei &Friends und Glein. Allen, die einen Faible für Architektur haben und noch bis zum 20. September nach Wien kommen, können wir die Ausstellung „Richard Neutra – Wohnhäuser für Kalifornien“ im Wien Museum MUSA ans Herz legen. Sehr beeindruckende, mit der Natur verschmelzende Bauten in Kombination mit einer sehr spannenden Biografie! Falls ihr aber einfach nur die Sonne und den Blick über die ganze Stadt genießen möchtet, könnt ihr auch dem Krapfen Waldbad einen Besuch abstatten. 

    Weg zum Wien Museum MUSA

    Unser Fazit nach acht Tagen Roadtrip durch Österreich: ein komplett unterschätztes Reiseziel mit einmalig schöner Natur, sehr freundlichen Menschen, angenehmem Klima und tollen, historischen Städten. Mei, war des schee!


    1 Kommentar


    • Gabi

      Was für ein toller Reisebericht mit noch schöneren Fotos.
      Das macht Lust aus Urlaub. Ich bekomme Fernweh😍
      Einen guten Start im schönen Hamburg. Ist ja auch eine schöne Alternative ;)


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